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bewerberchen

beiträge vom 03.12.2007

anschiss no. 1

von kb_mech

es gibt zwei sachen, die dir deinen job sicherer einfacher machen, will man mit cheffe klar kommen:

erstens klopfe nicht an seine tür, wenn du weißt, dass er telefoniert. besser: latsch da einfach rein und gib ihm einen zettel mit deinem anliegen in die hand (wichtiger anruf oder wichtiger mandant ist gerade hereingekommen und bedarf seiner sofortigen aufmerksamkeit) und geh sofort wieder raus (er ignoriert grundsätzlich jedes klopfen). er beendet dann sein telefonat und du kannst durchstellen oder er kommt raus und geht zum mandanten ins besprechungszimmer.

zweitens wenn du mittag machst und dazu das büro verlässt, sag ihm bescheid, dass das sekretariat nicht besetzt ist und leite das haupttelefon auf seine durchwahl um. und vergiss nicht, ihm zu sagen, wenn du wieder da bist, dass du wieder da bist.

anschiss (der erste) an die azubine (soeben mündlich erteilt).



beiträge vom 11.10.2007

wie man sich doch täuschen kann

von kb_mech

jetzt hat cheffe sich also doch noch entschieden: wir nehmen eine auszubildende; aus einen osteuropäischen land. sie hat sich einfach mal per e-mail beworben und der gute umgang mit den neuen medien kam gut an. aber auch, dass sie auf eigene kosten zu einem bewerbungsgespräch nach deutschland kam. witzig, dass sie sowohl fließend deutsch als auch englisch spricht; nicht akzentfrei, aber sehr gut.

sie hat insgesamt dreieinhalb jahre bei einem westeuropäischen konzern in der telefonhotline gearbeitet (wohlgemerkt: etwa 850 km südöstlich des deutschen erzgebirges!), ihre zeugnisse sind ziemlich gut und die ausbildungsvergütung liegt etwa 100 euro über dem, was sie bisher so verdient hat. da gewinnen beide seiten. das tollste ist, dass ich ihr nicht beibringen muss, wie man tippt. die macht glatt 130 anschläge die minute.

so lobe ich mir das.



beiträge vom 10.09.2007

entscheidungshemmer

von kb_mech

unter etwa 36 bewerberinnen und 1 bewerber galt es sich zu entscheiden. in unserem kleinen anwaltsbüro wurde nach einer auszubildenden gesucht, aussortiert hatten wir schon vorher 17 andere bewerberinnen. natürlich wurde auch der männliche bewerber nicht berücksichtigt - kommentar von chefe: 'hat er sich vertan'.

drei der damen haben wir dann eingeladen. leider war es erschreckend, wie wenig allgemeinwissen in den nrw-realschulen so erfolgreich vermittelt wird. interessant auch zu wissen, was für vorstellungen bei der ausbildungsvergütung herrschen.

naja, vielleicht bilden wir im nächten jahr wieder aus.



beiträge vom 06.09.2007

noch so einer

von kb_mech

initiativbewerbende rechtsanwälte. wir mögen sie. vor allem, wenn sie sagen, was sie wollen. gerade habe ich eine solche bewerbermappe zurückgeschickt.

der wollte doch tatsächlich ein eigenes büro, einen garagenstellplatz und einen dienstwagen. einen d i e n s t w a g e n! achso und gehalt wollte er auch noch, mehr als 14mal soviel wie ich in einem jahr verdiene.

das anschreiben zur rückgabe der mappe diktierte cheffe lautschallend lachend. sinngemäß durch die blume: bei derartigen ambitionen hätte er doch wenigstens ein ordentliches hemd beim fotografen anhaben können, fürs bewerbungsbild. oder brauche er den job für neue hemden?

nicht nett, aber fein.



beiträge vom 29.08.2007

ein postsack

von kb_mech

kommt heute morgen der postbote ins sekretariat und hat einen großen, grünen stoffsack mit dem posthorn drauf mit. der chef ließ ihn rein, weil er grade vom parkplatz kam.

der postbote pfeffert mir erst mal einen kleinen stapel normaler briefe auf den tisch und kramt dann in seiner tasche und gibt mir 11 große umschläge. das sind wohl die bewerbungen auf unsere anzeige.

ich hatte schon die abptraumhafte vorstellung, der post-sack wäre für uns... allein das stempeln wäre mir zuviel - habe kopfschmerzen. aber die postbehörnte wundertüte hat er wieder mitgenommen.

da darf sich jetzt ein azubi aus der vierten etage wohl drum kümmern.


edit: durch einen blöden fehler von mir, ging dieser beitrag, der schon um 14:43 hier stand, um 16:38 verloren, damit aber auch leider der kommentar von einem anonymen besucher. sorry!



mit der kreissäge im aktenberg


die welt ist voller bloggender anwälte, aufstrebenden und fertigen 'machern', aber keiner schreibt über die menschen, die denen den rücken frei halten und sich dabei für kleingeld den arsch aufreißen: sekretärinnen und angestellte in kleinen, aber feinen büros. bis jetzt.

ob nun anwaltsangestellte, sekretärin in einem steuerbüro oder assistentin von einem wirtschaftsprüfer. hier schreibt jemand über den büroalltag mit manchmal mehr als nur einem zwinkern.

in kleinschrift





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