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das übliche

beiträge vom 05.02.2008

krach

von kb_mech

die letzten tage büro waren laut. sehr laut.

1. der zug fuhr hier praktisch durch's büro, meint man.
2. cheffe war auch laut. wir haben uns ordentlich in die haare gekriegt.
3. die azubine gab widerworte. auch da wurde cheffe laut. nochmal.
4. ich spreche heute ein wenig lauter, weil cheffe sicher 'nen dicken kopf hat. (hihi)

bin immer noch sauer wegen freitag.


mal ein richtiges scheiß karneval.



beiträge vom 24.01.2008

eklig

von kb_mech

man versucht ja immer jedem menschen, der einem begegnet, mit unvoreingenommenheit entgegenzutreten. bei besprechungsterminen in neuen sachen sollte das natürlich auch so sein. man weiß meistens ja vorher, um welches thema es geht, und man soll ja den mandanten nicht in schubladen stecken, bevor man ihn nicht kennengelernt hat.

gestern war thema: kündigung eines arbeitsvertrages mit der begründung, dass der arbeitnehmer ungepflegt sei und sich daher für den dienst am menschen nicht mehr eigne.

und als ich dann den neuen mandanten die tür aufmachte, sah und roch wusste ich, warum die kündigung so formuliert wurde. nach dieser unterredung lüftete cheffe - sichtlich dankbar für die kürze der besprechung - erst einmal den raum und ging nach hause um zu duschen. danach wird er sich an ein diktat in der sache setzen.

und jetzt denke ich, dass das parfum doch gar nicht so schlecht war ...



beiträge vom 15.01.2008

erinnerungslücken

von kb_mech

da saß ich geraume zeit heute an einem schriftsatz, den ich vervollständigen sollte. und ich hatte da probleme mit. cheffe hat den sachverhalt in einer bestimmten sache schriftsätzlich zusammengefasst. ich soll das jetzt mit meinen persönlichen erinnerungen 'schmücken', wie er sagt.

gemeint ist damit, dass ich den schriftsatz durch und meine erinnerungen hineinarbeite. und mein eigenes zeugnis und vielleicht das eines bestimmten referendars anbiete. an sich ja alles kein problem. nur differiert cheffes erinnerung mit meiner eigenen recht doll, was heißt, sie tangieren sich im rubrum. und nur da.

kurzerhand habe ich mich entschlossen den sachverhalt komplett neu zu schreiben. nebenher hab ich fleißig mit dem referendärchen telefoniert, meine und seine erinnerung ein wenig aufgefrischt. so wurde ein schuh draus. ob es einer ist, der cheffe passt, werde ich in ein paar minuten wissen.

cheffe hat den schriftsatz nun seit etwa einer halben stunde und diktiert. zwischendurch hat er mich übers telefon gefragt, ob ich mit dem referendar gesprochen habe, was ich bejaht habe.

bin ja mal gespannt.


update @ 16:09:

fand er ganz toll alles. dickes lob bekommen.



beiträge vom 14.01.2008

da war aber einer fleißig

von kb_mech

ich hatte ein langes wochenende. so vom letzen mittwoch bis gestern. cheffe war sehr aktiv. auf meinem schreibtisch stapelt sich die arbeit. und fein verteilt hat er das auch noch. immer schön akte auf akte, mit postits in römischen ziffern anscheinend der wichtigkeit nach geordnet. genau in dieser reihenfolge gehe ich das mal an. ich schätze, da bin ich noch eine weile mit beschäftigt.

bei mir hat sich die versicherungstante gemeldet. ja, die nennt sich so. ein nickname, will mitbloggen. aus einer rechtsschutzversicherung. mal sehen, ob ihre ersten probebeiträge mir gefallen. wenn ja, lassen wir sie auf die öffentlichkeit los...



beiträge vom 18.12.2007

anlagensuche: es geht noch besser

von stb_mech

wenn sich kb_mech hierüber aufregen kann, dann halte ich dagegen: eine steuererklärung für ein ehepaar, welche beide sowohl arbeitnehmer sind als auch beide nebenher eine kleine selbständigkeit aufgebaut haben, muss innerhalb einer gewissen frist (zum zeitpuntk des auftrags: 3 tage) beim finanzamt eingehen. die buchhaltungsunterlagen der beiden einzelunternehmen sind supergeordnet, eine freude sich darum zu kümmern. ein jahr ist da locker in drei, vier stunden gebucht.

eklig wurde es - um bei dem bild zu bleiben - wenn sich bei der durchsicht der privaten finanzunterlagen ergibt, dass die hälfte fehlt, die andere hälfte nur aus blassen kopien und unleserlich gewordenen zetteln besteht. da soll man dann innerhalb von drei tagen was vernünftiges draus machen? wir haben das nicht hinbekommen. lag vor allem daran, dass die mandantschaft sich in den urlaub verdrückt hat und schwer bis gar nicht erreichbar war. die abschließende frage an die mandantschaft bei besprechung der einkommensteuererklärung war: warum sind sie nicht gleich zu uns gekommen, als sie die frist zur abgabe der erklärung erhalten haben? antwort: fanden wir nicht so wichtig.



beiträge vom 11.12.2007

postitkommunikation

von kb_mech

gestern rechnete ich meine haushaltskosten hoch. auf einem postit. einfach nur eine kolonne zahlen, unten die summe. das ist ernüchternd. hab ich dann auf meine schreibtischunterlage gepappt. und dort klebt es heute morgen noch.

daneben klebt nun ein neues postit. von cheffe: 'sind das unsere außenstände? warum wird da nicht nachgehakt?' schon für den ersten satz würde ich ihn am liebsten ein paar heftzwecken auf den stuhl legen. ich überlege, ob heute abend dort ein drittes posti daneben klebe: 'nein, das sind meine monatlichen kosten'

nein, ich beherrsche mich mal.



beiträge vom 07.12.2007

dreiste lügen

von stb_mech

wenn so ein steuerberater mal zum finanzgericht geht, weil er einen mandanten / freund den gefallen tut, ihn bei der verhandlung ein wenig zu helfen, rechnet er mit vielem, aber nicht damit, dass der mandant vorträgt, er habe viel geringere gewinne erzielt als das finanzamt meint, weil er doch gehälter und anteilige sozialbeiträge habe zahlen müssen, und dann vom vertreter des finanzamtes vorgehalten bekommt, dass er doch seit jahren niemanden als arbeitnehmer angemeldet habe.

nach der verhandlung gab es ein lautstarkes gespräch zwischen cheffe und seinem kumpel. 'dreise lüge', 'beschränkter idiot' und 'wie kannst du nur so was dummes tun' waren die lautesten sachen, die bei mir - ich sitze drei räume weiter - bei geschlossenen türen zu hören waren. den anderen wars auch peinlich. aber so ist er nun mal. laut, lauter, am lautesten.

bei allem. gott sei dank ist das ein freund von ihm. aber ich glaube, bei einem richtigen mandanten wäre die standpauke auch so ausgefallen.



beiträge vom 30.11.2007

quizfrage

von kb_mech

beide streithähne sind von anwälten vertreten. ra 1 hat klageauftrag, fordert außergerichtlich jedoch vorher noch einmal kräftig zur zahlung auf. ra 2 soll für die aufgeforderte seite die ansprüche zurückweisen. prozessvollmachten für beide anwälte liegen vor. ra 2 telefoniert, nachdem er schriftlich die rechtsauffassungen seiner seite klargemacht hatte, mit ra 1. mehrfach. und überzeugt diesen schließlich, seiner mandantschaft zu raten von der geltendmachung ihrer forderung abzusehen. was dieser auch tut. die klage wird nie eingereicht.

was rechnet ra 2 ab? und warum?



beiträge vom 19.11.2007

bitte ohne steuern festsetzen

von kb_mech

der gegner sitzt in curaçao und das ist hoheitsgebiet der niederlande. die anwälte des gegners hier in deutschland wollen die kosten festsetzen lassen. dürfen sie auch. aber bitte ohne mehrwertsteuer.

diese recherche hat mich etwa 30 minuten gekostet: gem. § 3a III ustg ist auch jemand mehrwertsteuerpflichtig, wenn er im eg-ausland wohnt. richtig. nur ist curaçao teil der eg? nein, siehe hier.

bin ja mal gespannt, ob die begründung ausreicht.



nachgetreten: das a nachträglich eingefügt. danke praktikant



beiträge vom 16.11.2007

endlich gefunden!

von kb_mech

vor fast einem jahr kam hier ein schreiben von einem amtsrichter, in dem er in einer bestimmten sache um "sachstandsmeldung" bittet. bei uns ist die akte abgelegt. sagt der computer. cheffe fragt, ob da noch honorar offen sei. nö, sag ich. sonst wäre die akte ja nicht abgelegt. ich soll die akte vorlegen, vielleicht ist da im amtsgericht gerade ein schlafender hund geweckt worden. über die aktenverwaltung finde ich heraus, dass die akte unter nummer 014-2003 abgelegt ist. also ab in den keller und suchen.

dort finde ich im regal den karton mit "001-2003 bis 074-2003". klingt schon mal gut. die werte leserschaft kann sich denken, wie es weitergeht: alle akten sind da, nur 014 nicht. super. keine spur dieses miststücks.

also wieder hoch ins büro und im computer nachschauen und siehe da: das war ein korrespondenzmandat. das hat bestimmt jemand da reingeschrieben, als ich im keller war - nein. ich war nur zur blind das zu lesen. was heißen würde, dass die akte höchstwahrscheinlich gar nicht im keller, sondern beim beauftragenden kollegen im archiv hängt. was auch bedeutet, dass ich bei der aktenablage unser retend nicht abgelegt habe, woran ich dann gemerkt hätte, dass die akte selbst nicht mehr bei uns ist.

ich rief dann also das büro dieses rechtsanwalts an und bekam die auskunft, die sache sei schon jahre abgelegt und die recherche sei langwidrig. mein sei nämlich vier mal in den jahren seit der ablage umgezogen und natürlich hat da keiner eine ahnung, wo die akten jetzt alle seien. gut. ich warte.

ich soll - während wir auf die akte warten - bei gericht anrufen und fragen, was anlass für die sachstandsanfrage sei. antwort: die akte sei weder im register als archiviert eingetragen. da könne keine sachstandsanfrage rausgegangen sein. ??? ich rufe den amtsrichter direkt an und frage ihn. dieser sagt mir, dass er keine sachstandsanfrage verfügt habe. er kenne die sache gar nicht. nachdem ich ihm die sachstandsanfrage gefaxt habe, sagt er, dass diese verfügung gar nicht im computer stehe.

ergebnis seiner internen untersuchungen: bei dem entrümpeln aufräumen eines verlassenen geschäftsstellenzimmers wurde die vor jahren unter den tisch gerutschte verfügung gefunden und von einer - für diese abteilung nicht zuständigen - dame ausgeführt. die sache sei erledigt und die sachstandsanfrage gegenstandslos. super. arbeit umsonst.

heute morgen, also fast ein jahr nach dieser begebenheit, liegt auf meinem schreibtisch genau diese akte! ein kleines postit verkündet: hab ich in einem umzugskarton in meinem keller gefunden. was machen wa damit?. dazu muss ich sagen, dass cheffe vor einem jahr etwa umgezogen ist. privat, nicht mit der kanzlei. klasse. richtig gut.

ich pack gleich wieder meine kreissäge aus.



mit der kreissäge im aktenberg


die welt ist voller bloggender anwälte, aufstrebenden und fertigen 'machern', aber keiner schreibt über die menschen, die denen den rücken frei halten und sich dabei für kleingeld den arsch aufreißen: sekretärinnen und angestellte in kleinen, aber feinen büros. bis jetzt.

ob nun anwaltsangestellte, sekretärin in einem steuerbüro oder assistentin von einem wirtschaftsprüfer. hier schreibt jemand über den büroalltag mit manchmal mehr als nur einem zwinkern.

in kleinschrift





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